Berlin, Moskau. Jetzt haben sie doch noch zugeschlagen: Russische Hacker sind diesen Donnerstagmorgen in den Bundescomputer in Berlin eingedrungen und haben dutzende geheime Dokumente gestohlen und im Internet veröffentlicht. Unter Anderem mit dabei: Die kompletten Wahlergebnisse zur Bundestagswahl vom kommenden Sonntag. Es droht ein großer Polit-Skandal.

Bundeshauptrechner - Der Gazetteur

Der Bundeshauptrechner wird vom Hausmeister persönlich bewacht.

Verantwortlich für den Cyberangriff zeigt sich ein gewisser Hacker mit dem Pseudonym „aM4nL1kePut1N“ – in Untergrund-Portalen wie „reddit“ oder „4chan“ kein unbekannter Name. Nach Meinungen aus deutschen Geheimdienstkreisen handelt es sich dabei mutmaßlich um den 14-Jährigen Dimitri S. aus „Бцттѵíļļє“ (wahrscheinlich ein Vorort von Moskau).

In einer beigefügten Erklärung schildert der Hacker, wie er es geschafft hat, die komplexen Sicherheitsmechanismen des Bundescomputers zu überwinden: “Mit Hilfe eines ausgeklügelten Algorithmus habe ich potentielle Passwörter wie „WirSchaffenDas2“ oder „Wahl-O-Mutti“ errechnen lassen, bis ich mit “Angie4Ever” letztlich ins Netzwerk eindringen konnte.”, erklärt aM4nL1kePut1N.

Mit diesem Programm hat der Hacker die Passwörter zwischengespeichert.

Dort will der Putin-nahe Profi-Hacker Zugang zu geheimen Dateiordnern wie “Verleumdungstaktiken gegen die Alternative für Deutschland im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk”, “Ungeschönte Kriminalstatistiken 2015-2017” oder “Projekt: Weiter so” gehabt haben. In dem letzten Ordner sollen auch die geheimen Wahldokumente gewesen sein.

Die jetzt veröffentlichten Papiere mit den vollständigen Ergebnissen zur kommenden Bundestagswahl haben ein paar Überraschungen parat. Besonders kurios: Die AfD kommt nur auf 4,9 Prozent der Stimmen und bleibt damit unter der Fünf-Prozent-Hürde, zieht also nicht in den Bundestag ein. Mindestens genauso merkwürdig ist, dass die SPD auf über 20 Prozent kommt (26,4 Prozent). Die weiteren Wahlergebnisse deuten vor allem auf eines hin: Ein “Weiter so” mit Angela Merkel und einer Großen Koalition.

Erst nach mehreren Anfragen erklärte sich ein ranghoher Regierungsmitarbeiter zu einer Stellungnahme bereit, wollte aber nur mit seinem Decknamen erwähnt werden. „Steven Beisert“ bestätigt nicht nur die Echtheit der Dokumente, sondern verteidigt auch deren Inhalte: „Sie müssen verstehen, in dieser unstabilen Weltlage mit Trump, Brexit, Nordkorea, explodierenden Butterpreisen und vielem mehr ist eine stabile Regierung schlicht alternativlos. Alles andere als eine Große Koalition wäre zu riskant. Keine Experimente!”, so Beisert. 

Formulierungsvorschläge für Wahlabend - Der Gazetteur

Ausschnitt aus den „Formulierungsvorschlägen“

Unter den veröffentlichten Papieren befinden sich dem Anschein nach auch Richtlinien für die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender am Wahlabend. So werden beispielsweise verschiedene „Formulierungsvorschläge“ wie „Wieder haben freie Wahlen stattgefunden und das deutsche Volk hat entschieden“ oder „Angela Merkel geht als Siegerin aus den Wahlen hervor“ aufgelistet – laut Beisert nur unverbindliche Inspiration.

Wenige Tage vor der Wahl hatte man den Glauben an eine russische Einmischung fast schon aufgegeben. All die Warnungen und Prophezeiungen über eine Manipulation der Wahl drohten falsch zu sein. Doch Russland lieferte am Ende doch noch rechtzeitig. Gut, wenn die Erwartungen der Gesellschaft  erfüllt und Versprechungen zur Wahl eingehalten werden.

Formulierungsvorschläge für Wahlabend - Der Gazetteur

shp; Foto rechts oben (verändert) von Thomas Schanz / CC BY-SA 3.0