Berlin. Die AfD befürwortet überraschend mögliche Reparationszahlungen für den Völkermord an den Herero und Nama. Zuvor wurde bekannt, dass die Nachfahren dieser eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht haben und auf Entschädigung drängen. Der Vorschlag der AfD: Für jeden durch Deutsche getöteten Herero und Nama soll je ein Flüchtling an die Nachfahren geschickt werden.

Das teilte die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD Beatrix von Storch auf ihrer Facebook-Seite mit, eine offizielle Pressemitteilung würde noch folgen. Dabei betonte sie besonders die Wichtigkeit sich als Rechtsnachfolge des damaligen Deutschen Reichs nicht aus der Verantwortung zu ziehen. “Letztendlich sind wir wie jeder souveräne Staat an internationale Abkommen gebunden und müssen unsere Pflichten wahrnehmen”, so von Storch.

Jetzt müsse man sich so schnell wie möglich darum kümmern, der Gesellschaft der Herero und Nama wieder auf die Beine zu helfen. Da ihre Zahl stark gesunken ist und damit ihre Existenz bedroht wird, wäre laut von Storch das Aufnehmen von neuen Menschen in die Gesellschaft der einzige Weg in eine bessere Zukunft. Außerdem sei eine Gesellschaft mit Einwanderung und Vielfalt stets viel stärker und besser gewappnet gegenüber neuen Herausforderungen.

“Für sowas haben wir genau die Richtigen”, erklärt die stellvertretende Bundesvorsitzende: “Jung, stark, hoch motiviert und gut ausgebildet – alles Fachkräfte, die kräftig mit anpacken können!”, preist von Storch die Flüchtlinge an. Außerdem seien sie anpassungsfähig und leicht zu integrieren. “100.000 Flüchtlingen könnten wir zur Verfügung stellen”, also je ein Flüchtling für jeden von deutschen Soldaten getöteten Herero und Nama. “Gerne auch mehr”, so von Storch.

Die AfD und sie selbst würden sich jetzt wünschen, dass die Bundesregierung ihren Vorschlag weiterleitet und die Herero und Nama ihn akzeptieren. Wenn alles gut läuft, könnte man schon Mitte des Jahres mit dem Fachkräfte-Transfer anfangen. Auch wenn man sich laut von Storch nur schweren Herzens von den Flüchtlingen trennen könnte, müsse man jetzt in den sauren Apfel beißen und der historischen Pflicht beikommen.

Foto (verändert) von Metropolico.org / CC BY-SA 2.0