Lauta. Das kam für die Bewohner der sächsischen Kleinstadt völlig unerwartet. Am Sonntagvormittag versammelten sich kurzfristig mehrere hundert Menschen nicht weit der Stadtkirche um Betroffenheit zu bekunden und gemeinsam zu trauern. Die Nachricht, dass eine vorangegangenes Verbrechen nicht von einem Migranten oder einem Flüchtling begangen wurde, hat viele sichtlich schwer getroffen.

Dietmar Bölling, der in der Menge am lautesten schluchzende Mann, kann seine Tränen nicht zurückhalten, während er noch einmal versucht sich die Situation vor Auge zu führen: “Es fing eigentlich alles gut an. Junger Mann, belästigt, begrapscht und bespuckt eine schwangere Frau, schubst sie um und klaut ihr dann die Tasche. Soweit war die Welt ja noch in Ordnung!”.

Am Sonntagmorgen kam aber dann die Schocknachricht: der Täter – und das bestätigte die sächsische Polizei merklich berührt – ist gar kein Flüchtling, auch kein Türke oder ein Passdeutscher, sondern der 28-Jährige Deutsche Hendrik P. “Mein Gott, wieso passiert nur sowas? Was soll ich heute Abend meinen Kindern erzählen”, zeigt sich Bölling erschüttert. Fassungslosigkeit, nicht nur bei ihm.

Foto (verändert) von Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0